Formen der Aufbereitung, Darstellung und Interpretation

Die Interviews können in verschiedener Form für eine Auswertung vorbereitet werden.

Zunächst ist die Verschriftlichung (Transkription) notwendig. Die Verschriftlichung wird nach vorher festgelegten Transkriptionsregeln vorgenommen, die sehr unterschiedlich sein können, je nach Forschungsziel.

Anschließend sollte die Transkription mit Schlagworten (Indexierung) versehen werden, sodass eine Auswertung nach ausgewählten Kriterien erleichtert wird.

Die Darstellung und Verwendung der Interviews kann auf unterschiedliche Weise erfolgen und hängt von der Menge und Art der Interviews und den Zielen ab.
Für die Auswertung von Interviews z. B. für Verbandsfestschriften sollten die dort erwähnten Daten (z. B. Jahreszahlen) mit anderen Quellen abgeglichen werden, da die Erinnerung auf der Faktenebene oftmals nicht genau arbeitet. Grundsätzlich ist es sinnvoll, zur inhaltlichen Auswertung den Vergleich mit anderen Interviews (sowie weiteren ergänzenden Quellen wie Fotos, Tagebüchern, Archivalien) zu suchen.

Es kann sinnvoll sein, die Arbeitsschritte von der Auswertung über erste Erkenntnisse bis hin zur schriftlichen Niederlegung der Ergebnisse innerhalb einer Arbeitsgruppe zu diskutieren, um zum einen Anregungen, zum andern auch verschiedene Sichtweisen und Interpretationen zu ermöglichen.

Für die wissenschaftliche Analyse ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Methoden und Analyseverfahren notwendig. Daher ist diese Form der Auswertung durch Laien sicher problematisch und nicht anzustreben. Hier sollten sich alle Beteiligten über ihre Kompetenzen und Grenzen im Klaren sein und sich z. B. um wissenschaftliche Unterstützung bemühen.

Abschließend ist bei Veröffentlichungen dringend darauf zu achten, dass die Einschränkungen des Nutzungsvertrags eingehalten werden. In manchen Fällen wird es sinnvoll sein, einer Zeitzeugin die Rückmeldung über die Veröffentlichung zu ihrem Interview zu geben.

Ein Interview ist nach dem Gespräch noch lange nicht fertig.

Wichtig:
Gesprochene Sprache zu verschriftlichen ist immer eine Reduzierung!

Im Gespräch werden viele Informationen auf nichtsprachlichem Weg übermittelt, z. B. durch Blicke, Gesten, Gesichtsausdruck, lautes oder leises Sprechen etc.