Was habe ich gerade erlebt? – das Erinnerungsprotokoll

Zu dem Instrumentarium des Interviewverfahrens gehört außer dem Leitfaden und der digitalen Aufnahme auch das so genannte Erinnerungsprotokoll.

Das Erinnerungsprotokoll wird möglichst unmittelbar im Anschluss an jedes Interview angefertigt, denn für jedes Interview ist es wichtig zu reflektieren, wie die Interviewsituation und die Befindlichkeit der Beteiligten wahrgenommen wurde. Dahinter steht die Annahme, dass die Interviewsituation einen deutlichen Einfluss auf den Verlauf des Interviews ausübt.

Im Erinnerungsprotokoll werden Wahrnehmungen festgehalten, die nicht im Gespräch aufgezeichnet sind, so z. B. die Beschreibung des Ortes, an dem das Interview stattfindet, die Gesprächsatmosphäre, das Redeverhalten der Zeitzeugin, eventuelle Störungen und Unterbrechungen, persönliche Empfindungen der Interviewenden während des Interviews. Diese Aufzeichnungen sollten in die spätere Auswertung und Interpretation mit einbezogen werden.

Es ist sinnvoll, sich vorher einen Kriterienkatalog mit Stichworten anzulegen, den man beim Abfassen des Erinnerungsprotokolls durchgeht.

Beispiel Erinnerungsprotokoll (pdf)

Stichpunkte zum Erinnerungsprotokoll (pdf)

Auch die Sicht der Interviewerin ist von Bedeutung.

Wichtig:

  • Vor dem Interview Kriterien festlegen für das Erinnerungsprotokoll.
  • Nach dem Interview sofort das Erinnerungsprotokoll schreiben. Falls dies nur schlecht möglich ist, wenigstens Stichworte dazu festhalten.