Das Leitfaden-Interview als geeignete Methode

Die Themen des Interview-Leitfadens ergeben sich aus der vorbereitenden Lektüre (von Quellen und Forschungsliteratur), der grundsätzlichen Fragestellung, der Motivation für die Durchführung der Interviews sowie den Vorgesprächen.

Zentrales Kennzeichen des Leitfaden-Interviews ist ein Katalog an Fragen und Stichworten, der vorher festgelegt wird. Dadurch ist die Thematik im Vergleich zu ganz offenen Interviewformen eingegrenzt und es werden einzelne Themenschwerpunkte vorgegeben.

Das Leitfadeninterview (wie auch die anderen qualitativen Interviews) unterscheidet sich von standardisierten Interviews dadurch, dass es keine festgelegten Antwortvorgaben gibt. Die Befragten können ihre Erfahrungen und Kenntnisse frei in eigene Worte fassen. Letztlich sollen die Stichworte und Fragen zu eigenständigem Erzählen anregen und nicht wie ein Frage-Antwort-Spiel abgespult werden. Das Leitfadeninterview ist dabei flexibel handhabbar: Fragen und Stichworte können immer wieder überprüft bzw. überarbeitet werden. Sollten sich z. B. in ersten Interviews einzelne Fragen als zu komplex oder unverständlich erweisen, müssen sie überarbeitet werden.

Mithilfe des Leitfadens werden Erinnerungen geweckt, allerdings lassen sich Erinnerungen nicht linear abrufen. Das Gespräch wird daher eher kreisend um die Fragestellungen herum verlaufen und damit auch zu bestimmten Aspekten zurückkehren.

Die Verwendung von Fotos und anderen Materialien (z. B. Zitate aus Protokollen, Briefen, Zeitungsberichten) können der Erinnerung helfen.

Beispiel Leitfaden (pdf)

Der Fragenleitfaden

soll die Erinnerung wecken und zu eigenständigem Erzählen anregen.

Wie erstelle ich die Stichworte für das Leitfaden-Interview?

Die Auswertung der Literatur und anderer Materialien ergeben eine Reihe von Aspekten. Diese werden in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht, z. B. nach der zeitlichen Abfolge, nach besonderen Oberthemen.